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Spagat. Kann ich. Wahnsinn zwischen Schule und KiTa.

Himmel, wo ist die Zeit bitte hin? Ich wollte viel eher was bloggen, aber derzeit komme ich hier kaum zu irgendwas. Als Mutter von einem Schulkind und einem Kindergartenkind, hat man wirklich viel zu tun. Und wenn man dann auch noch berufstätig  ist, ist es vollends vorbei.
Da ist dann erst die Einschulung und man denkt, dass man nun das Ärgste geschafft hat, denn man selbst hat sich ja mit den Feierlichkeiten und dem ganzen drum herum schon halb wahnsinnig gemacht. Outfits für die ganze Familie besorgen und raussuchen - natürlich dann auch noch für verschiedene Wettersituationen. Die Schultüte - schlimmer noch: der Inhalt! Einladungen, Essen, Deko... als halbwegs kreatives Muttertier will man natürlich alles selbst machen, denn man bewundert im Feedreader immer die wuuuunderschönen absolut stimmigen Dekorationen und dann will man das natürlich ganz genau SO hinbekommen. Klappt aber nicht, also wird man halb irre, will am liebsten alles gegen die Wand klatschen und alles endet in einem Nervenzusammenbruch. Die Nacht vor der Einschulung schläft man natürlich nicht. Wie auch? Man muss schließlich noch die 48 Kuchen fertig backen und dekorieren, schließlich soll es ein Meisterwerk sein. Am Abend nach der Einschulung fällt man dann halb tot ins Bett. Doch nie hätte ich geahnt, dass dann das ganze Drama erst anfängt. Die Einschulung war schlichtweg nur die Einleitung zur Terminhetzjagd.

Da wäre erstmal Elternausschusswahl im Kindergarten, dann Elternabend in der Schule gefolgt vom Besuch der Jugendzahnpflege am nächsten Morgen, bei dem das Kind wünscht, dass die Mama doch bitte bitte dabei ist. Und wie kann man seinem Kind da auch nur einen Wunsch abschlagen? Glücklicherweise habe ich vormittags frei, sodass ich bei solchen Aktivitäten immer gern dabei bin und mich auch als Mutter gern engagiere und einbringe. Als nächstes dann die erste Elternausschusssitzung im Kindergarten, denn ich musste ja, aus Mangel an anwesenden Eltern, einen Platz im Elternausschuss einnehmen. Es musste doch tatsächlich erst noch jemand angerufen werden, damit wir überhaupt wählen durften! Bei solchem Desinteresse kann ich nur den Kopf schütteln. Verstehe ich nicht. Aber das ist ein anderes Thema.  Dann hat das Kindergartenkind auch noch Waldwoche und wünscht sich, dass die Mama doch mal einen Tag mitkommt und ihm beim "an der Wurzel arbeiten" zu sieht. Aber natürlich. Hatte ich da noch einen Vormittag frei? Spätestens jetzt nicht mehr. In der Schule folgt ein Treffen der Bücherei Muttis, auch hier habe ich natürlich ein freiwilliges Amt angenommen, weil ich mich ja einbringen möchte. War das vielleicht doch ein Fehler? Die Klassenlehrerin meiner Tochter kommt auf mich zu, ob ich nicht einmal alle zwei Wochen vormittags zum Vorlesen kommen möchte. Selbstverständlich. Lesen ist schließlich wichtig. Dann kommt noch der Schulfotograf und ich muss dem Kind die Schultüte nochmals in die Schule tragen. Herrje. Habe ich schon den Wandertag der Schule erwähnt? Auch hier dürfen pro Klasse 1-2 Eltern gerne mitkommen. Und dann ist natürlich noch ein Termin für die nächste Schulanmeldung und mir wird so richtig bewusst, dass mein kleines Baby nächstes Jahr auch schon in die Schule kommt. Da wird man direkt ein klein wenig sentimental. Doch so schade es ist, dass wir dann den Kindergarten hinter uns lassen - ich tanze dann nur noch auf einer Elternparty. Juchu!
Ach den Bastelvormittag habe ich ganz vergessen. Die Lehrerin ist leider nicht in der Lage mit 11 Kindern allein Fensterdeko zu basteln. Auch hier müssen wieder wir Mütter mit ran. Als ich noch in der Schule war, waren Eltern nur zu Elternabenden oder Feiern in der Schule. Sonst nie. Darüber mache ich mir aber besser keine Gedanken mehr.

Zum Glück stehen nun erstmal keine Termine mehr an und ich habe in der Woche wieder an ein paar Vormittagen etwas Zeit um mich auch mal meinem Blog zu widmen. Das habe ich wirklich vermisst.



Eine kleine Geschichte


Es war einmal ein Buch, das war kein gewöhnliches Buch. Nein. Es war das Buch, mit dem die damals noch kleine Frau Wundertoll lesen lernte. Sie liebte dieses Buch heiß und innig, konnte es irgendwann auswendig und es wurde ihr nie langweilig. Bis sie die ganzen anderen tollen Geschichten in den anderen Büchern entdeckte. Seit jeher ist kein Buch mehr sicher vor ihr. Doch nie wurde dieses eine, dieses erste selbst gelesene Buch vergessen. Es machte viele Umzüge mit und war dabei, wie Frau Wundertoll erwachsen wurde. Es wurde eigentlich gar nicht mehr angeguckt, doch das machte dem Buch nichts aus, denn es erinnerte sich immer daran, wie viel Freude es vor so vielen Jahren der kleinen Frau Wundertoll gemacht hatte, und freute sich daran.

Als Frau Wundertoll selbst Mutter einer Tochter wurde, zog das Buch in das Bücherregal des kleinen Fräuleins. Das Buch freute sich darauf, dass es vielleicht bald wieder hervor geholt werden würde und versuchte sich immer von seiner besten Seite zu präsentieren, wenn das kleine Fräulein vor ihrem viel zu vollen Bücherregal stand. Doch das Fräulein entschied sich immer für andere Bücher. Bücher, die viele Bilder in sich hatten. Bilder, die ganze Seiten einnahmen und nur sehr wenig Text hatten.
Doch eines Tages, es war im Frühling, da griff das kleine Fräulein das Buch und es freute sich unsagbar und war überglücklich, als das Kind die Seiten aufschlug. Da das Buch mittlerweile schon zu den älteren Büchern gehörte, sagte Frau Wundertoll zu ihrer Tochter, sie solle vorsichtig mit dem Buch umgehen, da sich hier und da schon einige Seiten lösten. Aber das sei überhaupt nicht schlimm, so lang man immer schön sorgsam mit dem Buch umginge.

Und so kam es, dass das Buch nach so langer Zeit endlich wieder in leuchtende Kinderaugen blicken konnte. Augen, die die Buchstaben nur so in sich auf sogen. Das Buch begleitete nun wieder ein Kind, dass sich allein aufmacht in die Welt der Bücher und Geschichten. Das Fräulein nahm das Buch fröhlich mit in den Kindergarten und las dort laut allen Kindern daraus vor. Das war ein ganz besonderes Erlebnis für das Buch, denn es freute sich, dass so viele Kinder seiner Geschichte zuhörten.
Heute steht das Buch wieder im Bücherregal des Fräuleins. Es wird gerne noch hervor geholt und auch nochmal darin gelesen. Doch das Fräulein findet mittlerweile gefallen an so vielen anderen Geschichten und kann gar nicht genug vom lesen bekommen, sodass das Buch sehr viel Gesellschaft im Bücherregal hat, während es auf das nächste Kind wartet, das es in die wundervolle Welt der Bücher begleiten kann.